Wir fördern Publikationen.

kukuwi fördert immer wieder auch Publikationen, die die Ausstellungen der Großen Kunstschau bzw. des Worpsweder Museumsverbundes begleiten. Damit engagieren wir uns in einem der Kernbereiche musealer Arbeit. Die Qualität der auch durch uns ermöglichten Bücher spricht für sich und trägt substantiell dazu bei, das Ansehen des Künstlerdorfes in den nationalen und internationalen Zirkeln der Kunst zu prägen.

Obwohl die Strukturen der Worpsweder Museen nicht auf Forschung ausgerichtet sind, konnten in den vergangenen Jahren immer wieder wichtige Veröffentlichungen möglich gemacht werden.

Myriam Holme
2010 – 2020

88 Seiten, Hardcover, dt., engl., 30,5 x 23 cm
Texte von Jörg van den Berg, Dr. Christiane Schürkmann
Kerber Verlag, Bielefeld
ISBN 978-3-7356-0758-4
Eur 38,-

Myriam Holmes Arbeiten sind poetische Bildfindungen, die zwischen dichten und glitzernden Oberflächen, glänzenden und matten Strukturen, feingliedrigen und massiven Elementen changieren. Die Künstlerin verarbeitet bekannte Elemente oder Gegenstände, die jedoch angesichts des verwendeten Materials ihre Vertrautheit einbüßen: So trifft Acryl auf Beize, locker aufgetragene Farbe auf Bambusstäbe und kristalline Steine begegnen dumpfen Plattformen.
Durch die sinnliche Verknüpfung haptisch unterschiedlicher Materialien und der Überschreitung räumlicher Grenzen wird eine Begegnung mit rationalen Denkstrukturen unmöglich.

Biografie
1971 geboren in Mannheim
1996–2002 Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Meuser und Prof. Andreas Slominski
2002 Meisterschülerin bei Prof. Andreas Slominski
2009 Gastprofessur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

Kunstwerk, Landschaft, Lebensort
Kaleidoskop Worpswede, 2018/2019
Hg. v. Jörg van den Berg, Beate C. Arnold und Matthias Jäger
(vergriffen)

Kaleidoskop Worpswede war von Beginn an mehr als ein reines Ausstellungsprojekt. Es war eine ästhetische Entdeckungsreise, ein Forschungsvorhaben mit den Mitteln der Kunst. Geleitet hat uns die Frage, wie wir aus einem neuen Verständnis des Gestern und Heute Perspektiven für ein mögliches Morgen für das Künstlerdorf Worpswede entwickeln können.

Dass das Buch zur Ausstellung nicht zur Eröffnung, sondern erst 2020, zum Abschluss des gesamten Projekts, herauskam, ist ungewöhnlich. In der Logik dieses Projekts ist es aber nur folgerichtig. Denn die Ausstellung diente zunächst einmal dazu, Fragen zu formulieren, Konstellationen zu erproben und Neues entstehen zu lassen.

Erst jetzt, im Nachhinein, kristallisieren sich aus dem Kaleidoskop unbegrenzter Möglichkeiten Bilder und Deutungsansätze heraus, die bleiben und weiterwirken. Erst jetzt kann die nachhaltige Dimension dieses Kunstprojekts sichtbar gemacht werden.

Die Dokumentation zu Kaleidoskop Worpswede ist damit auch mehr als ein Ausstellungskatalog. Sie bietet einen ›Blick zurück nach vorn‹: Neben erläuterten Rundgängen durch die Ausstellungen eröffnen Interviews mit beteiligten Künstler*innen und weitere Texte neue Perspektiven auf die Kunst und die Kulturgeschichte Worpswedes. Für die Worpsweder Museen selber ist die Dokumentation damit auch ein Ausgangspunkt für zukünftige Ausstellungsideen.

Bernd Küster
The Book of Humi
Leben und Werk des Zeichners und Poeten Pit Morell

Morells Hauptwerk ist eine über Jahrzehnte gereifte phantastische Erzählfolge über ein Land Humi, das nicht als abstrakte Vision vorgestellt wird, als eine autonome Welt jenseits der wirklichen, sondern sich als ein aus biografischen Elementen, persönlichen Erlebnissen und poetischen Vorstellungen verdichteter Kontinent entwickelt. Auf ihm, der sich in steter Metamorphose befindet, erscheint alles Wirkliche verkleinert, auf ein menschliches Maß gebracht und poesievoll verzaubert, aber nicht frei von Widersprüchen und Abgründen. 

Humi ist eine poetische Gegenwelt, doch zutiefst mit der realen verbunden, aus der sie immer wieder neue Bausteine ihrer eigenen Natur bezieht. Reale Lebenssituationen des Urhebers gerinnen zu imaginären Schauspielen grafisch entwickelter Akteure, die nur auf dem Papier wirklich sind.
Die beiden geografischen Pole von Humi sind mit den Orten der nordhessischen Kindheit und dem Teufelsmoor bei Bremen festgeschrieben.

Zwischen beiden wechselt der Künstler assoziativ, das Vergangene ist immer im Gegenwärtigen präsent, das Kindsein im Altern.

Die weite Ebene des Moores inszeniert er als einen Bühnenraum, vor welchem die ins Abstrakte stilisierten Figuren einzeln oder in Gruppen agieren. Schlittschuhläufer vor der weiten überfrorenen Hammeniederung sind seit den 1960er Jahren Protagonisten dieses phantasievollen Figurentheaters. Doch, wie Harald Seiler 1975 bemerkt, „es geht nicht um Worpswede, sondern um Kunst. Nicht um Herkunft, sondern um gestaltende Phantasie“[i].

In Morells Oeuvre verschmilzt ein naiv anmutender zeichnerischer Stil mit einer aufwendigen und literarisch ausgerichteten Erzählweise, die das Erlebte mit dem Fiktionalen, das Alltägliche mit dem Außergewöhnlichen verbindet. Durch Worpswede als Lebensmittelpunkt wird sein Werk zunehmend von landschaftlichen Elementen des Teufelsmoores durchsetzt, während das frühe Erleben von Natur und Welt in und um den nordhessischen Reinhardswald in einer märchenhaft verklärten Gestalt wiederkehrt. Beeinflusst haben seine zeichnerische Entwicklung Künstler wie Rudolf Schröder-Sonnenstern, der ihm die Koloristik des Farbstiftzeichnens vermittelte, und Horst Janssen mit seinen Kombinationen von handschriftlichem Wort und gezeichnetem Bild, die sich wechselseitig erklären. Bei Morell führt das kleine assoziative Welttheater gelegentlich zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen: einem phantastischen Realismus oder einem abstrakten und reinfarbigen Flächenstil – oder auch zur Pop Art, von der seine eigene Entwicklung an der Kasseler Werkkunstschule einst ausgegangen war. Solche stilistischen Näherungen verstehen sich als ein bewusstes Spiel mit Ausdrucksmöglichkeiten, und auch das gesucht Naive ist bei Morell immer gepaart mit einem agilen und erfindungsreichen Intellekt, der alle Grenzen zu überschreiten vermag. Im Grunde sind Humi und sein Schöpfer Nachfahren jenes romantischen Geistes, der die Dichtung und die Zeichnung als gleichwertige und kommunizierende Teile eines poetischen Ganzen zuließ, einst mit dem Begriff „romantische Universalpoesie“ belegt. Von einer solchen erhobenen Warte des poetischen Intellekts aus ist Pit Morells Werk eine neuzeitliche, zutiefst phantasievolle, aber zugleich immer auch wirklichkeitsnahe Verwandlung des Lebens in Kunst.

Gudrun Scabell
Martha Vogeler – Ein Leben mit Freunden in Dresden und Worpswede

Die Worpswederin Martha Schröder, geboren 1879, begegnet 14-jährig dem Künstler Heinrich Vogeler. Sie wird sein Modell, zugleich Muse und später seine Ehefrau. Durch ihn gelangt sie 1899 nach Dresden – eine Bildungsreise, die sie prägen wird.
Diese reich bebilderte und auf Basis zahlreicher Archive und Quellen sorgfältig recherchierte Monografie leitet visuell und chronologisch durch Marthas ersten Lebensabschnitt, von der Kindheit bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges. Sie gibt umfassende Einblicke in die zunehmend schwieriger werdende Ehesituation. Gleichzeitig wird ein Panorama des Künstlerdorfes entworfen, das so detailliert und differenziert noch nicht aufgezeigt worden ist.

Viele Menschen gehören zum Leben der beeindruckenden Frau: In Dresden gewinnt Martha Freunde wie die Konsuls-Witwe Helene Chrambach und den Musiker Egon Petri.

In diesen Jahren widmet sie sich zudem intensiv der Stickkunst, einem ihr eigenen Talent. Im Sommer 1900 kommen Rainer Maria Rilke und Carl Hauptmann auf den Barkenhoff. Der Weiße Saal wird zum Ort geselligen, künstlerischen Austausches. Nach der Geburt ihrer drei Töchter befasst sie sich weiter mit kunsthandwerklichen Techniken und Entwürfen. 1910 ist sie sogar mit Exponaten auf der Weltausstellung in Brüssel und 1914 auf der Werkbundausstellung in Köln vertreten.
Dieses Buch lässt eine längst vergangene Künstlerepoche wieder lebendig werden und zeigt, wie Martha Vogeler sich zum glanzvollen Mittelpunkt der damaligen Szene entwickelte.

Kellner Verlag, ISBN 978-3-95651-262-9

Moorland
Fotografien von Rüdiger Lubricht

Anlässlich der Ausstellung in der Großen Kunstschau "Weggefährten – Rüdiger Lubricht und Freunde" in der Großen Kunstschau Worpswede vom 5. März bis 11. Juni 2017 erschien das Fotobuch Moorland, dessen Herstellungskosten von der Gesellschaft unterstützt wurden.

Format: H 210 x B 210 mm
Seitenzahl: 64 S.

Jürgen Strasser
Schöne neue Welt

Katalog zur Ausstellung »Schöne Neue Welt« in der Großen Kunstschau Worpswede vom 19. November 2017 bis 4.März 2018

Format: H 280 x B 210 mm
Seitenzahl: 92 S.

Katalog zur Ausstellung "Wanderungen"
von Isa Dahl

Zur Ausstellung Wanderungen – Versteckte Natur in der Malerei von Isa Dahl erscheint ein begleitender Katalog mit nahezu allen gezeigten Werken, den unsere Gesellschaft fördert.
2013

Hoch hinaus und tiefes Schwarz - Zeichnungen und Druckgrafik von Dieter Rogge

Anlässlich der Ausstellung Hoch hinaus und tiefes Schwarz - Zeichnungen und Druckgrafik von Dieter Rogge erscheint ein Buch, das von unserer Gesellschaft finanziell gefördert wird.
2013